ICILS 2028 - International Computer and Information Literacy Study

Die IEA-Studie ICILS 2028 untersucht zum vierten Mal nach ICILS 2013, 2018 und 2023 die digitalen Kompetenzen von Achtklässler:innen sowie die Rahmenbedingungen des Kompetenzerwerbs im internationalen Vergleich. Erstmalig übernimmt das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Kooperation mit der Ruhr-Universität-Bochum die Projektorganisation in Deutschland.

Projektbeschreibung

Die International Computer and Information Literacy Study (ICILS) legt als international vergleichende Schulleistungsstudie belastbare empirische Befunde zum Kompetenzstand von Schüler:innen (Jahrgangsstufe 8) hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Technologien und Informationen vor. Seit ihrer ersten Durchführung beteiligt sich Deutschland kontinuierlich am internationalen Vergleich mit Teilnahmen an ICILS 2013 (Bos et al., 2014),  ICILS 2018 (Eickelmann et al., 2019) und ICILS 2023 (Eickelmann et al., 2024). Die Teilnahmen ermöglichen einen umfassenden Einblick in die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Jugendlichen und in erste Entwicklungstrends der Kompetenzstände in Deutschland. Weitere Informationen zur internationalen Organisation finden Sie hier.

Im Anschluss an die vorherigen Zyklen führt die International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) den vierten Zyklus der Studie, ICILS 2028, durch.

Wie in den Vorgängerzyklen liegt der Fokus in ICILS 2028 auf zwei Kompetenzdomänen: (1) computer- und informationsbezogene Kompetenzen (seit ICILS 2013) sowie (2) Kompetenzen im Bereich „Computational Thinking“ (seit ICILS 2018 ein internationales Zusatzmodul). Zusätzlich werden Kontextfragebögen eingesetzt, um Schüler:innen, Lehrkräfte sowie Schulleitungen und IT-Verantwortliche zu den Kontextfaktoren des Erwerbs digitaler Kompetenzen – wie etwa der technischen Ausstattung und Einstellungen – zu befragen. Eine wesentliche Erweiterung der Inhalte von ICILS 2028 wird darin bestehen, dass für beide Kompetenzdomänen wie auch für den Kontextfragebogen jeweils neue Aufgaben bzw. Fragen eingeführt werden, welche die zunehmende Bedeutung (generativer) künstlicher Intelligenz (KI) für die Informationsbeschaffung, das Lösen algorithmischer Problemstellungen sowie für Bildungsprozesse im Allgemeinen widerspiegeln. Gleichzeitig wird der Bereich des digitalen Wohlbefindens erstmals systematisch in den Kernbereich der Studie aufgenommen. Dieser Schwerpunkt zielt darauf ab, die subjektiven Erfahrungen von Schüler:innen mit digitalen Medien und Technologien zu erfassen. Damit wird ICILS 2028 nicht nur zu einem zentralen Instrument zur Messung technischer und kognitiver Kompetenzen, sondern auch zu einer umfassenden Plattform zur Erforschung der sozialen, emotionalen und ethischen Dimensionen der digitalen Bildung in der heutigen Zeit.

Hintergrund der Studie ICILS ist, dass der sichere und kompetente Umgang mit digitalen Medien in allen Lebens- und Arbeitsbereichen mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Daher stellt sich die Frage, über welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche in diesem Bereich verfügen, wie sich diese über die Zeit entwickelt haben und wie sie in Schulen gefördert werden können.

Projektziele

  • Abbildung des Status Quo der „digitalen Bildung“ in der Population der Schüler:innen (Jahrgangsstufe 8) im Sinne des Bildungsmonitorings sowohl auf nationaler Ebene als auch im internationalen Vergleich abbilden und dazu die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen computerbasiert testen
  • Ermöglichung von Vergleichen auch im Hinblick auf Entwicklungstendenzen („Trends“) in den schon an ICILS 2013, 2018 und/oder 2023 beteiligten Ländern, inklusive Deutschland
  • Berücksichtigung substanzieller pädagogischer und technologischer Weiterentwicklungen
  • Untersuchung des Kompetenzbereichs „Computational Thinking“ sowie erstmalig Vergleiche über mehrere Messzeitpunkte (hier ein zehnjähriger Zeitraum) ermöglichen
  • Erforschung der Bedeutung digitalbezogener Kompetenzen für das digitale Wohlbefinden von Schüler:innen


Finanzierung: Die Studie wird in Deutschland vom Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR; vormals: Bundesministerium für Bildung und Forschung) gefördert. Da die Studie zum europäischen Bildungsmonitoring gehört, werden die internationalen Teilnahmegebühren von der Europäischen Kommission kofinanziert. In Deutschland hat die  Kultusministerkonferenz den Feldzugang in allen Bundesländern eröffnet und unterstützt die Durchführung der Studie.

Kooperation: Dieses Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Carolin Hahnel (Ruhr-Universität-Bochum)

Mitglieder des nationalen Konsortiums:

Laufzeit: 01/2026 – 12/2030

Status: laufend

Projektleitung: Frank Goldhammer

Projektteam: Carolin Hahnel (Ruhr-Universität Bochum), Franziska Baier-Mosch, Britta Upsing (Elternzeitvertretung), Patrick Paschke (Ruhr-Universität Bochum), Erik Grützner